Generative Entwicklung der Maispflanze
Blüte und Befruchtung EC 60 - 69

Abb.: Entwicklungsstadien Mais, auszugsweise aus LBL Landwirtschaftliche Beratung
In der generativen Phase bildet die Maispflanze ihre männlichen und weiblichen Blüten aus. Die Grundlagen der Ertragsbildung werden jedoch schon früher in der Jugendentwicklung festgelegt. Blattgröße und Blattbreite sind bereits ca. 14 Tage nach Feldaufgang festgelegt, anschließend erfolgt die Anlage der Kornreihen und später auch die Fixierung der maximalen Kornzahl/Reihe.
Mais ist monözisch, d.h. sowohl die männliche Rispe wie auch der weibliche Kolben befinden sich auf einer Pflanze, jedoch räumlich voneinander getrennt. Dabei wird die Rispe endständig ausgebildet und schließt somit das Längenwachstum des Maises ab. Der Kolben wird je nach Sorte ca. auf halber Höhe des Stängels ausgebildet. Er ist als Ähre mit verdickter Hauptachse, der Spindel, anzusehen. Die Lieschblätter sind botanisch als Blattscheiden anzusprechen und umhüllen den Kolben. Zweitkolben treten zumeist nur in Randreihen bzw. bei besonders exponierten oder übermäßig gut versorgten Pflanzen auf. Der Kolbenschaft wird aus dünnen, kurzen Internodien gebildet. Jedem Kornansatz entspringt ein Narbenfaden, welcher so stark verlängert ist, dass er aus den Lieschblättern heraustritt. Die ausgeschütteten Pollen werden von den Narbenfäden aufgenommen, es kommt zur Befruchtung. Jedes Korn eines Kolbens muss demzufolge durch einen befruchtungsfähigen Pollen bestäubt werden, damit es zur Kornbildung kommt. Die Kolbenentwicklung wird im weiteren Verlauf maßgeblich von dem unterhalb des Kolbens ansetzenden Blattes und dessen Assimilationsleistung beeinflusst.
Die Rispe besteht aus zweiblütigen Ährchen, die paarweise angeordnet sind. Die Einzelblüten in den Ährchen werden von Deck- und Vorspelzen eingehüllt. Sie enthalten neben den Staubbeuteln und Schwellkörpern auch rudimentäre Narben. Werden diese Narben befruchtet, kann es in seltenen Fällen zur Kornbildung in der Rispe führen. Je nach Witterung beträgt die Blühdauer der Rispe 10 – 14 Tage und beginnt an der Spitze, gefolgt von den Seitenästen.

Abb.: Kornausbildung in der Rispe
Da die Rispenblüte in der Regel 2 – 4 Tage vor dem Erscheinen der Narbenfäden der eigenen Pflanze einsetzt (Protandrie), ist die Fremdbefruchtungsrate zumeist > 90 %. Fertilitätsprobleme können durch große Hitze oder anhaltende Regenfälle während der Blüte auftreten und zu deutlichen Ertragsdepressionen führen. Ist die Befruchtung abgeschlossen, trocknen die Narbenfäden ein und die Kornbildung beginnt.
Aufgrund der Befruchtung und anschließenden Kornbildung kommt es zu bedeutenden Verlagerungsprozessen in der Pflanze. Wurden bislang die Kohlenhydrate als Primärprodukte der Photosynthese vornehmlich im Stängelmark (bis zu 40 % der Stängel-TM als Saccharose) gespeichert, so dienen sie nun zur Kornfüllung, bei der die niedermolekulare Transportform Saccharose in die hochpolymere Stärke umgewandelt wird.

Abb.: Veränderung der Kohlenhydratfraktionen i.d. Maispflanze, verändert nach Jeroch et al., 1993.
In vielen Beständen, je nach Witterung, Reifezahl, Saatzeitpunkt etc. ist die Blüte mit EC-Stadium 69 nun abgeschlossen und die Pflanzen gehen zum Stadium 7x, der Fruchtbildung, über.





