Körnermais – das Multitalent


Allgemein

Für die Landwirtschaft spielt der Körnermais eine wesentliche Rolle.
Körnermais wird für die verschiedensten Nutzungsvarianten auf ca. 25% der Maisanbaufläche in Deutschland angebaut.
In erster Linie dient der Körnermais dem Landwirt, um das hofeigene Futter auf qualitativ hohem Niveau zu ergänzen. Die zweite wesentliche Verwendung ist die Nutzung als Lebensmittel für den menschlichen Verzehr. Neben diesen Nutzungen ist Körnermais darüber hinaus ein vielschichtig einsetzbarer Industrierohstoff, der insbesondere durch seine hohen Stärkeanteile zahlreiche Verwertungsmöglichkeiten im technischen und industriellen Verwertungsbereich findet.

 

Körnermais für die Futtermittelindustrie:

Die Futtermittelindustrie stellt im Rahmen Ihrer Qualitätssicherungssysteme hohe Anforderungen an die Beschaffenheit:

  • Feuchte:max. 15 %
  • Bruchkorn: max. 10 %
  • Besatz: max. 2 %
  • davon Schwarzbesatz: max. 0,5 %
  • DON-Wert (Desoxynivalenol): max. 1 mg/kg
  • ZEA-Wert (Zearalenon): max. 0,05 mg/kg
  • Ochratoxin A: max. 0,05 mg/kg

Neben diesen technisch messbaren Parametern zählen für die Futtermittelindustrie Eigenschaften wie die Homogenität in den angelieferten Partien, sowie die Kornfarbe, die möglichst gelb sein sollte, eine wichtige Rolle. Für den Einsatz als Geflügelfutter werden Partien mit geringen Bruchkornanteilen bevorzugt, damit das Endprodukt eine gute Konsistenz aufweist und der Mehlanteil nicht zu hoch wird

 

Körnermais als CCM (CornCobMix):

Ein wesentlicher Teil der hofeigenen Nutzung des Körnermais als Futtermittel wird in Form von CCM geerntet und verwertet. CCM ist die amerikanische Bezeichnung für ein Mais-Spindel-Gemisch, das mit dem Pflückdrescher geerntet und dann im Silo eingelagert wird. Dadurch kann auch weniger reifes Erntegut mit einem höheren Wassergehalt im Korn geerntet und weiterverarbeitet werden. CCM kann als vollwertiges Grundfutter in der Rinder- und Schweinemast eingesetzt werden.

 

Körnermais-Nutzung in der Stärkeindustrie:

Die Stärkeindustrie legt Wert auf möglichst große und homogene Partien mit guter Kornausbildung d.h. die Ware sollte ein möglichst großes TKG (Tausendkorngewicht) aufweisen, damit das Verhältnis zwischen Stärkeanteil und restlichen Kornbestandteilen möglichst zugunsten der Stärke ausgeprägt ist. Für die Weiterverarbeitung, speziell die Trennung von Stärke und Protein, sollte die Ware auf dem Feld gleichmäßig abreifen (max. 30% Feuchtigkeit) und im Anschluss schonend getrocknet werden (unterhalb von 80° C). Die Trocknung sollte auch unverzüglich erfolgen, da sich längere Zwischenlagerung ebenfalls negativ auswirkt.
Der Bruchkornanteil muss sehr klein gehalten werden. Genaue Vorgaben sollten im Vorfeld beim jeweiligen Erfasser erfragt werden, da diese differieren.
Einheitlich verlangt die Stärkeindustrie selbstverständlich Partien, die frei sind von Schimmelpilzen und deren Abbauprodukten, frei von Fremdkörpern, verfärbten Körnern und artfremden Gerüchen.
 

Körnermais-Nutzung in der Nahrungsmittelindustrie:

Der Einsatz von Körnermais in der Nahrungsmittelindustrie stellt besonders hohe Ansprüche an die Qualitätsparameter, die die gesetzlichen Definitionen an die Beschaffenheit einer Körnermaispartie in der Regel deutlich übersteigen. Landwirte, die sich diesen Absatzkanal zur Ernte erschließen möchten, sollten sich bereits zur Aussaat über diese erhöhten Anforderungen erkundigen und entsprechende Vorkehrungen und Planungen treffen.
Für die menschliche Ernährung werden zum größten Teil Flint x Dent-Hybriden bevorzugt, da diese Genetik eine gute Brechung des Korns in der Trockenmüllerei erlaubt, welche dringend notwendig ist, um das für die Cornflakes-, Gries- und Snack-Herstellung bevorzugte Endosperm des Korns vom übrigen Mehl- und Schalenkörper des Korns zu gewinnen. In der Griesindustrie werden auch
Flint x Flint-Hybriden verwendet. Beim Anbau dieser Hybriden ist insbesondere die Reife zu beachten, da diese Genetik im wesentlichen in klimatisch begünstigten Regionen verwendet werden kann.