Mit welchen Maissorten die Biogasanlage füttern?


In der Biogaserzeugung aus NAWARO hat der Mais nach wie vor eine dominierende Stellung. In 2007 wurden in Deutschland ca. 240.000 ha Mais für die Vergärung in Biogasanlagen angebaut (DMK, 2008). Damit ist die Anbaufläche gegenüber dem Vorjahr (ca. 160.000 ha) wiederum deutlich gestiegen.

Aufgrund seines sehr hohen Massebildungsvermögens in Kombination mit den sehr guten Gasausbeuten erreicht Mais die höchsten Methan-Hektarerträge. Dabei sind die Produktionskosten sind gleichzeitig vergleichsweise günstig (siehe Grafik).

 

Energiepflanzen für Biogas

Energiepflanzen für Biogas

 
 

Es stellt sich somit die Frage wie der Mais weiter für die für die Biogaserzeugung optimiert werden kann. Welche Qualitätsansprüche sind an das Erntegut zu stellen?

Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass beim Einsatz von Mais in der Biogaserzeugung gegenüber der Verfütterung an Milchvieh, zwei völlig gegensätzliche Ziele verfolgt werden:

Die Kuh soll aus den zur Verfügung gestellten Nährstoffen ihren Grundbedarf an Energie decken und zusätzlich Milch bilden. Als „Abfallprodukt" fällt im Stoffwechsel Methan an. Dieses wird vom Tier ausgeschieden und stellt einen unvermeidbaren Energieverlust dar.
In der Biogasanlage hingegen soll möglichst viel Methan aus dem Mais produziert werden! Daher ist die Biogasanlage auch keine „Betonkuh" sondern vielmehr ein Gärbehälter in dem an das Substrat völlig andere Anforderungen gestellt werden als in der Tierernährung. Diese Anforderungen gilt es zu erforschen und den Mais darauf weiter auf züchterischem Wege zu optimieren (siehe Kommentar Dr. Eder, LfL Bayern).


„Die Ansprüche an Silomais für die Nutzung zur Biogaserzeugung unterscheiden sich deutlich vom Einsatz in der Tierernährung. Bei Mais für die Biogasanlage ist es nicht erforderlich, die Energie hauptsächlich im Kolben zu konzentrieren" (Dr. Eder et al., 2006).

Tatsache ist, dass der Mais den Verdauungstrakt der Kuh in ca. 6 - 18 Stunden durchläuft. In der Biogasanlage beträgt die Verweilzeit hingegen ca. 30 - 100 Tage und ist stark vom Anlagentyp und der Futterration abhängig. Bei diesen sehr viel längeren Verweilzeiten können die Bakterien neben den schnell verfügbaren Kohlenhydraten aus dem Kolben auch die im Stängel, den Blättern und den Lieschen stärker gebundenen Gerüststoffe der Cellulose und Hemicellulose schwerer abbaubaren Pflanzenfraktionen wie Stängel, Blätter und Lieschen zur Methanproduktion nutzen.
Diese Pflanzenteile machen ca. 40 - 60 % der Gesamttrockenmasse aus (abhängig vom Sortentyp und der Häckselhöhe). Bei sehr massenwüchsigen Sorten kann der Anteil auch höher liegen.

Daraus ergibt sich ein völlig anderes Anforderungsprofil an den Energymais im Kolbenanteil und in der Relation von Ertrag und Reife im Unterschied zum klassischen Silomais (siehe Kommentare).

„Für die Verwertung in der Biogasanlage spielen Qualitätsaspekte, wie sie in der Tierernährung wichtig sind, wie der Stärkegehalt einer Sorte oder eine hohe Energiekonzentration, keine große Rolle" (Dr. Eder et al, LfL Freising, 2008).

„Der größte Einfluss auf den Gasertrag je Hektar wird nach wie vor durch den Trockenmasseertrag der Sorte bestimmt. Darüber hinaus sollte die Restpflanze, also Stängel, Blätter und Lieschen bis zur Ernte weitgehend gesund , grün und vital sein. Die Maispflanze kann so die Vegetationsperiode optimal nutzen und bis zur Ernte assimilieren." (N. Erhardt, LWK NRW, 2007)

 

Agromais setzt daher auf gezielt für die Biogaserzeugung gezüchtete Energymais-Sorten!

In dem bereits seit 2002 laufenden Energymais-Zuchtprogramm werden Sorten mit einer herausragenden Leistung im Gesamtpflanzenertrag je Hektar entwickelt. Dabei wird darauf geachtet, dass in diesen Neuzüchtungen die guten Vergärungseigenschaften des Maises erhalten bleiben.

Hierzu führt Agromais bundesweit auf zahlreichen Standorten Leistungsprüfungen neuester Energymais-Sorten unter unterschiedlichen Standortbedingungen durch.
Neben der Ertragsleistung organischer Masse werden in aufwändigen Gärtests (batch-Tests) auch die Biogas- und Methanausbeuten ermittelt. Dazu arbeitet Agromais mit einem unabhängigen, spezialisierten Labor zusammen.

Ziel ist es, den Gasertrag pro Hektar zu maximieren !

 

Anforderungsprofil an eine Energymais-Sorte:

  • Hohe Ertragsleistung (dt TM/ha)
  • Gute Restpflanzenverdaulichkeit 
  • Hohe spezifische Methanausbeute
  • Gute Kälte- und Trockenstresstoleranz
  • Weites Erntezeitfenster 
  • Sichere Abreife (29 - 34 % TS i.d. Gesamtpflanze)