Hohen Bodendruck zur Maisaussaat vermeiden!
Größere Landmaschinen werden immer leistungsfähiger. Die Entwicklung bei den Traktoren zu PS-stärkeren Modellen scheint ungebrochen. Die Kehrseite der Medaille: Mit der Größe der Maschinen nehmen auch Gewicht und damit die potenziellen Schäden des Bodens durch hohen Reifendruck zu.
Tragfähigkeit verbessern
Durch schwerere Maschinen muss es aber nicht zwangsläufig zur Bodenverdichtung und Zerstörung des Gefüges kommen. Entscheidend ist, dass die Tragfähigkeit des Bodens nicht überschritten wird. Diese ist generell umso höher, je trockener und dichter der Boden ist. Feuchte und lockere Böden sind dagegen leicht zu verdichten. Sie sollten daher nach Möglichkeit nicht befahren werden.
Die "mechanischen" Eigenschaften des Bodens sind aber keineswegs eine konstante Größe. Bodenbearbeitungsverfahren mit reduzierter Eingriffshäufigkeit und -intensität verbessern seine Tragfähigkeit. Von Bodentieren und Wurzeln geschaffenes Gefüge ist nämlich stabiler als durch Bodenbearbeitung erzeugtes. Eine Mulchsaat ohne tiefe Lockerung ist dementsprechend günstig im Hinblick auf die Bodentragfähigkeit zu beurteilen.
Möglichst niedriger Reifendruck
Wesentlich für das Entstehen von Bodenverdichtungen ist der Reifeninnendruck. Für diesen hat der Reifenexperte eine Faustformel parat: Der Druck, der in 10 cm Bodentiefe unter dem Reifen gemessen wird, entspricht dem Reifeninnendruck. Dementsprechend sollte mit niedrigen Innendrücken gefahren werden. Das neue DLG-Merkblatt 344 nennt diesbezüglich als Obergrenzen:
- ein bar auf gelockertem oder feuchtem Acker
- und zwei bar auf abgesetztem oder trockenem Boden.
Aufstandsfläche vergrößern
Insbesondere bei hohen Lasten sollten bevorzugt Landmaschinen eingesetzt werden, die sehr große Aufstandsflächen ermöglichen. Beispiele hierfür sind Raupenschlepper oder Mähdrescher mit Bandlaufwerken, Maschinen mit Zwillingsrädern, Fahrwerke mit zusätzlichen Achsen und Achtrad- Fahrwerke.
Größere Aufstandsflächen ermöglichen auch breitere Reifen. Die Entwicklung zu großvolumigen Reifen kann aber nicht unendlich fortgesetzt werden. Der Platzbedarf - auch aus rechtlichen Gründen - ist beschränkt.
Keine zu großen Radlasten
Daher sollte grundsätzliches Ziel sein, die Radlast so gering wie möglich zu halten. Laut DLG belegen mehrjährige Untersuchungen auf abgesetztem Boden zur Ernte "ein erhöhtes Risiko von Unterbodenverdichtungen bei Radfahrwerken auch bei optimaler Bereifung, wenn eine Radlast von 10t deutlich überschritten wird". Auf diese Grenze sei vor allem bei feuchtem Boden zu achten. Aufgesattelte und gezogene Arbeitsgeräte sind diesbezüglich im Vergleich zum Dreipunktanbau günstig zu beurteilen, weil sie zu niedrigeren (Hinter-)Radlasten führen und damit gleichzeitig einen geringeren Reifendruck ermöglichen.
Detaillierte Informationen zu diesen Bereichen finden Sie in dem 18-Seiten starken DLG-Merkblatt 344 "Bodenschonender Einsatz von Landmaschinen". Es steht auch im Internet unter www.bauernzeitung.at gratis zum Download bereit.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Manfred Koch

