Aktuelle Hinweise zur Maisaussaat 2010
Dazu nachfolgend einige Hinweise:
Bei der Bodenbearbeitung ist ein gut abgesetztes oder rückverfestigtes, feinkrümeliges Saatbett herzustellen. Die Aussaat sollte ab Bodentemperaturen von möglichst mindestens 8 Grad Celsius erfolgen. Nur so können eine schnelle Keimung und ein zügiger Feldaufgang erreicht werden. Es empfiehlt sich daher eine Temperaturkontrolle mit dem Bodenthermometer durchzuführen.
Für einen zügigen und homogenen Feldaufgang ist besonders auf eine gleichmäßige Tiefenablage des Saatgutes sowie einen gleichmäßigen Abstand in der Saatreihe zu achten! Das Saatgut sollte in den feuchten Bodenhorizont, jedoch nicht tiefer als max. 7 cm auf leichten Böden und 4 cm auf schweren Böden abgelegt werden. Die Ablagegenauigkeit ist während der Aussaat mehrmals zu kontrollieren.
Bezüglich der Beizsituation hat sich in Schleswig-Holstein zur Aussaat 2010 nichts geändert.
Aufgrund des in 2008 erfolgten Bienensterbens in Süddeutschland, ruhen nach wie vor die Zulassungen der Sonderbeizen wie z.B. PONCHO, PONCHO Pro und CRUISER. Als insektizides Produkt ist lediglich die Anwendung von MESUROL erlaubt.
Damit steht zur Aussaat 2010 kein ausreichender Schutz gegen Drahtwurm zur Verfügung!
Auf Drahtwurm - gefährdeten Flächen sind daher folgende Maßnahmen anzuraten:
- 10 - 15 % höhere Aussaatstärke
- Tendenziell spätere Aussaat, bei warmen Bodentemperaturen
- Erhöhte Unterfußdüngung
Grundsätzlich sollten alle Maßnahmen erfolgen, welche die Jugendentwicklung des Maises fördern und damit die jungen Maispflanzen unterstützen, dem Drahtwurm „davon zu wachsen".
Zu den gefährdeten Standorten zählen insbesondere Grünland - Umbruchflächen (1. - 4. Jahr nach dem Umbruch) sowie Flächen, die mehrjährig stillgelegt waren.
Als Sonderbeize steht MESUROL zur Vogelabwehr sowie gegen Fritfliegenbefall zur Verfügung. Eine Nebenwirkung von MESUROL gegen den Drahtwurm kann angenommen werden.
Beim Einsatz von MESUROL - gebeiztem Saatgut sind einige Vorschriften zu beachten. So schreibt der Gesetzgeber die Einhaltung bestimmter Staubabriebwerte vor.
Eine Hofbeizung mit MESUROL ist daher nicht möglich!
Die Aussaat von MESUROL gebeiztem Saatgut ist mit pneumatischen Sägeräten, die mit Unterdruck arbeiten, nur dann erlaubt, wenn die Abluft bodennah abgeführt wird. Dazu ist ggf. die Nachrüstung der Geräte mit anerkannter Zusatzausrüstung erforderlich (siehe Liste des Julius Kühn - Institutes unter: www.Jki.bund.de).
Die amtliche Prüfung und Zulassung der Drillmaschine wird u. a. mit einem entsprechenden Aufkleber auf dem Gerät dokumentiert.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Sascha Biermann
Gebietsleiter Schleswig-Holstein

