Forscher entdecken Maisspindeln als alternativen Rohstoff für Spanplatten


BONN/LINZ. Aus Maisspindeln gefertigte Platten weisen gegenüber Spanplatten deutliche Vorteile auf, etwa bei der Feuerfestigkeit. Das hat das Deutsche Maiskomitee (DMK) in der vergangenen Woche unter Verweis auf Dr. Ulrich Müller vom Kompetenzzentrum Holz im österreichischen Linz erklärt, der in einem Projekt für einen Hersteller von Holzwerkstoffplatten nach alternativen Rohstoffen sucht.

Für die Plattenherstellung würden die Maisspindeln in gleich lange Teile zerschnitten und die gewonnenen zylindrischen Abschnitte stehend zwischen Decklagen aus beliebigen Holzwerkstoffen eingeklebt. Die so hergestellten Leichtbauplatten wiesen aufgrund der von Natur aus spelzartigen, schaumartigen Struktur der Spindel gute Dämmeigenschaften auf. So würden unter anderem beim Schallschutz sehr gute Werte erreicht, berichtete das DMK.
Daneben benötigte die Platte aus Maisspindeln bei der Verarbeitung weniger Energie und deutlich weniger Klebstoff als die in der Türenindustrie verbreitete Röhrenspanplatte.

Wie das Komitee betonte, gibt es hinsichtlich der Dichte der Maisspindeln deutliche Sortenunterschiede. Für die Nutzung der Leichtbaumöbel oder Arbeitsplatten eigneten sich Sorten, deren Spindeln eine Dichte von 180 kg/cbm aufwiesen. Im Türenbereich sei eventuell der Rohstoff mit einer Dichte von 300 kg/cbm von Vorteil.

Nach Angaben des DMK fertigen der Forscher und sein Team die Maisspindel-Platten im Labormaßstab bisher täglich von Hand. Bis Anfang des kommenden Jahres solle die notwendige Maschinentechnologie entwickelt werden, mit der es möglich werde, Maisspindeln im industriellen Maßstab zu verarbeiten. AgE