Herbizidmaßnahmen zu Mais trotz kühler Witterung frühzeitig durchführen!


Die Maisaussaat 2010 ist in Schleswig-Holstein weitgehend abgeschlossen. Nach Gras, der Grünroggen-Vornutzung, werden in diesen Tagen die letzten Flächen mit Mais bestellt.

Bei teils noch sehr kühlen Luft- und Bodentemperaturen wurde in Schleswig-Holstein auch in diesem Jahr wieder ausgesprochen früh mit der Aussaat begonnen. Die ersten Maisbestände waren bereits Mitte April gesät. Aufgrund der bis Mitte Mai fast ununterbrochen anhaltenden Kälte mit zahlreichen Frostnächten in diesem Zeitraum, ist der Mais in seiner Entwicklung, auch bei früher Aussaat, deutlich zurück. Insbesondere auf kühleren Standorten sind die Bestände z. T. erst mehr als drei Wochen nach Aussaat aufgelaufen!

Die anhaltend ungewöhnlich kalte Witterung stellt für den Maiskeimling eine enorme Belastung dar. Nicht nur eine gute Keimfähigkeit, sondern auch eine sehr gute Triebkraft der Pflanzen ist bei dieser Witterung gefordert um, trotz vielfach ungünstiger Bedingungen, einen guten Feldaufgang zu erzielen.

Da insbesondere bei früh gesäten Beständen (Aussaat vor dem 20. April) die Saatbettbereitung inzwischen mehr als vier Wochen zurückliegt, sind auch bei schlecht entwickeltem Mais, die Unkräuter und Ungräser weitgehend aufgelaufen.
 

Landwirt Dirk Fey und  Agromais-Fachberater Kay Voigt bei der Zusammenstellung der geeigneten Pflanzenschutzstrategie

Landwirt Dirk Fey und Agromais-Fachberater Kay Voigt bei der Zusammenstellung der geeigneten Pflanzenschutzstrategie

 
Die deutlich unter der Kälte leidenden Maispflänzchen nehmen, aufgrund fehlender Blattmasse, jedoch wenig Wirkstoff auf und vertragen daher die Behandlungen erstaunlich gut. Die ersten Nachauflauf-Herbizidmaßnahmen finden daher in diesen Tagen statt.

Auch in Maisbeständen, die mit verhaltener Entwicklung und gelber Farbe der Blätter deutlich unter der bisherigen Kälte leiden, sollte nicht zu lange mit dem Spritzen gewartet werden. Entscheidend für den richtigen Spritztermin ist in erster Linie die Entwicklung der Unkräuter und Ungräser, die am Sichersten bis zum 1. oder 2. Laubblatt erfasst werden! Mais verträgt insbesondere auf leichten und zu Trockenstress neigenden Standorten kaum Konkurrenz und sollte daher von Anfang an weitgehend frei von Unkräutern und Ungräsern gehalten werden.

Insbesondere auf Standorten, die ein spät und/oder in mehreren Wellen auflaufende Unkräuter und Ungräser, wie z.B. Nachtschatten und Hirsearten, erwarten lassen, ist im Regelfall eine zweimalige Behandlung erforderlich, um auch diese sicher zu erfassen!

Beim Einsatz bodenaktiver Mittel ist auf eine ausreichende Bodenfeuchte zu achten!

Werden Sulfonylharnstoff-Präparate wie z.B. Cato, Motivell oder MaisTer eingesetzt, sind besonders die Herstellerangaben zur Temperatur sowie die Sortenverträglichkeit zu berücksichtigen.

Um eine hohe Wirkungssicherheit zu erreichen, Kosten zu minimieren und die Umwelt zu schonen, müssen sich die Herbizidmaßnahmen immer am Unkrautbild des Standortes orientieren und bei der Mittelwahl speziell darauf abgestimmt sein. Für eine detaillierte Empfehlung auf Ihrem Standort stehen wir gern zur Verfügung - sprechen Sie uns an!


Sascha Biermann
Gebietsleiter Schleswig-Holstein