Maisbestände erholen sich langsam nach ungewöhnlich kaltem und feuchtem Mai


Die bundesweite Maisaussaat zog sich in diesem Jahr über einen ungewöhnlich langen Zeitraum hin.
Während insbesondere in Nord - Westdeutschland vielerorts bereits in der zweiten Aprildekade, bei eher widrigen Witterungsbedingungen mit der Maisaussaat begonnen wurde, fand die Aussaat in Ost- und insbesondere Süddeutschland überwiegend erst ab der vierten Aprildekade statt. Besonders in weiten Teilen Bayerns und Baden-Württembergs, verhinderte die aufgrund von Nässe unzureichende Bearbeitbarkeit der Böden eine zeitige Aussaat des Maises.

Doch auch wo frühe Aussaaten stattfanden, stellen sich diese bisher nicht immer als vorteilhaft dar.
Teils noch vor Mitte April gesäte Bestände, die bei Bodentemperaturen z. T. deutlich unter 10 °C gelegt wurden, haben eine sehr lange Auflaufphase gezeigt. Aufgrund der anhaltend ungewöhnlich niedrigen Temperaturen in der zweiten Aprilhälfte, in der es vereinzelt auch immer wieder zu Nachtfrösten kam, hat der Feldaufgang vieler Bestände bis zu 4 Wochen auf sich warten lassen! Die lange Verweildauer ungekeimter Körner im feuchten und kalten Boden stellt besonders hohe Anforderungen an die Saatgut- und Beizqualität. Insbesondere der hohen Saatgutqualität mit exzellenter Triebkraft moderner Maishybriden ist es zu verdanken, dass trotz dieser schwierigen Startbedingungen für den Mais, die Bestände heute nahezu überall gleichmäßig entwickelt auf dem Feld stehen.

Dennoch sind die Maisbestände im Vergleich zum langjährigen Mittel derzeit vielerorts um ca. 2 bis 4 Wochen in ihrer Entwicklung zurück. Der anhaltend ungewöhnlich kalte und sehr niederschlagreiche Mai (in einigen Regionen viel das Dreifache der „üblichen" Mai-Regenmenge) führte zu einer nur sehr verhaltenen Entwicklung der Bestände. Während normalerweise die Bestände inzwischen den Reihenschluss erreicht hätten, weisen sie in vielen Regionen Deutschlands gerade einmal das 5 bis 6 - Blattstadium auf und haben noch nicht mit dem Längenwachstum begonnen.

Aus dem ungewöhnlich feucht-kalten Witterungsverlauf der vergangenen Wochen ergeben sich auch besonders hohe Anforderungen an die durchzuführenden Herbizidmaßnahmen.

Aus Rücksicht auf die witterungsbedingt stark gestressten Maispflanzen oder aufgrund mangelnder Befahrbarkeit der Böden wurden die Behandlungen teilweise weit hinausgezögert. Die Unkraut- und Ungrasflora konnte sich bei ausreichender Bodenfeuchte jedoch trotz niedriger Temperaturen zügig entwickeln und stellt jetzt für viele Bestände eine große Konkurrenz dar. Termingerecht behandelte Bestände haben in der Regel die Pflanzenschutzmaßnahmen trotz Kältestress gut überstanden, da die Maispflanzen in dieser Phase des Wachstumsstillstandes nur geringe Wirkstoffmengen aufnehmen.
Bei der inzwischen eingesetzten feucht-warmen Witterung erholen sich die Maisbestände zusehends. Jetzt kommt es darauf an, die Unkraut- und Ungraskonkurrenz auch dort auszuschalten, wo dies noch nicht ausreichend geschehen ist.

Die derzeitige Witterung lässt hoffen, dass der Entwicklungsrückstand der Bestände von regional bis zu 4 Wochen, in nächster Zeit aufgeholt werden kann und sich der bisher ungünstige Witterungsverlauf noch nicht negativ auf die zu erwartenden Maiserträge auswirken wird. Mais hat ein hohes Kompensationsvermögen! Insbesondere werden die Wasserversorgung und Witterung während der Blütephase, sowie der anschließenden Phase der Kornfüllung (Stärkeeinlagerung) über die zu erwartenden Erträge und Qualitäten entscheiden.