Agromais GmbH


Maistagebuch

 

18. Mai 2012
Oberirdische Entwicklung

Mittlerweile ist das Stadium der Keimung abgeschlossen und nahezu alle Bestände, auch die Mitte Mai ausgesäten, befinden sich im EC-Stadium 10 - 19 „Blattentwicklung“. Die Koleoptile, welche die jungen Blätter umgibt, hat die Bodenfläche durchbrochen und somit ihre Schutzfunktion erfüllt. Nun durchstoßen die innenliegenden Blätter die Koleoptile an deren Spitze und entfalten sich. Das Blatt besteht aus der Blattspreite, der Blattscheide und der Ligula. Als Blattspreite bezeichnet man das entfaltete dünne Blatt mit einer dünnen, hervortretenden Mittelrippe. Die Blattscheide umschließt das Internodium (den Bereich zwischen den Knoten) oberhalb des Knotens, welchem sie entspring. Die sog. Ligula befindet sich zwischen Blatt und Stängel und dient als Schutz vor Verletzungen z.B. durch die bei Wind entstehende Reibung zwischen dem Halmteil und der Blattscheide.

Unterirdische Entwicklung

Zeitgleich zur Entwicklung der oberirdischen Blattmasse schreitet die Entwicklung der Wurzeln voran. Das Wachstum der Keimwurzeln verlangsamt sich und das Wachstum der sproßbürtigen Kronenwurzeln, welche den unterirdischen Knoten (Nodien) entspringen, beginnt. Über die Faktoren, die über die zu wählende Ablagetiefe entscheiden, haben wir bereits im vorhergehenden Artikel berichtet. Interessant ist an dieser Stelle jedoch die Beobachtung, dass unabhängig von der Saattiefe des Maiskorns, die Hauptwurzeln immer in einer Höhe zwischen ca. 2 – 4 cm Tiefe, nämlich auf Höhe des Vegetationskegels, angelegt werden.

Bestandesentwicklung

Die beiden Bilder zeigen zwei Bestände, die am 27. April und am 4. Mai diesen Jahres ausgesät wurden. Die Unterschiede in der Bestandesentwicklung „verwachsen“ sich zumindest optisch relativ schnell. Ob und wie einer der beiden Bestände zur Ernte dann einen Mehrertrag bringen wird, hängt nun vor allem von den Witterungsbedingungen ab. Weiterentwickelte Bestände reagieren z.B. deutlich empfindlicher auf Spätfröste, besonders, wenn der Vegetationskegel bereits über der schützenden Bodenoberfläche liegt. Hier kann es, bei einem Erfrieren des Vegetationskegels, in welchem das meristematische Gewebe liegt, zu irreversiblen Schädigungen bis hin zum Absterben der gesamten Pflanze kommen. Später gesäte Bestände können in ungünstigen Jahren hingegen ihr genetisch fixiertes Ertragspotenzial nicht voll ausschöpfen.

Aussaat 27. April 2012

Aussaat 27. April 2012

 
Aussaat 4. Mai 2012

Aussaat 4. Mai 2012

 
 

Vorschau/ Tipps

Mais ist vor allem in der Jugendphase eine sehr empfindliche Pflanze. Dies zeigt sich besonders auch in ihrer sehr geringen Konkurrenzkraft gegenüber der Begleitvegetation. Nicht zuletzt aufgrund der Bestandesstruktur mit den relativ großen Reihenabständen besteht auch ein hoher Druck durch auflaufende Unkräuter/Ungräser. Ab dem Dreiblattstadium der Maispflanze ist der Herbizideinsatz möglich und sinnvoll. Die Blätter der Pflanzen besitzen eine schützende Wachsschicht und der Vegetationskegel befindet sich noch unter der Erdoberfläche. Ein deutlich später terminierter Herbizideinsatz kann, aufgrund der dann veränderten Struktur der Wachsschicht, zu Schädigungen der Kulturpflanzen führen. Die Auswahl der Mittel und deren Kombination muss sich dabei nach der Art und Zusammensetzung der Verunkrautung richten. Grundsätzlich sollten jedoch immer Wirkstoffe bzw. deren Kombinationen gewählt werden, welche über eine Blatt- sowie Bodenwirkung verfügen, um einen nachhaltigen Effekt der Bekämpfungsmaßnahme sicherzustellen. Auch bei den Wirkstoffen muss auf den optimalen Ausbringungstermin bezüglich Bodenfeuchte und Intensität der Sonneneinstrahlung/Temperatur etc. geachtet werden. Bei Sulfonylharnstoffen, die in den Wuchshaushalt der Pflanzen eingreifen, besteht, gerade bei hohen Temperaturschwankungen, sowie bei allgemein gestressten Beständen, eine akute Gefahr der Schädigung der Maispflanzen. Um starke Blattschäden auch durch bromoxynilhaltige Pflanzenschutzmittel zu vermeiden, sollte man zudem auf eine intakte Wachsschicht der Pflanzen achten. Die Wachsschicht auf der Oberseite der Blätter ist eine Art Schutzfilm, der jedoch durch Feuchtigkeit reversibel geschädigt werden kann, sodass nach Niederschlägen eine Wartezeit zur Regeneration der Wachsschicht einzuhalten ist. Grundsätzlich ist auch die Ausbringung eines bodenwirksamen Herbizides bereits im 1 – 2 Blattstadium, gefolgt von einem Blattherbizid im 4 – 6 Blattstadium möglich, um den Bestand bis zum Reihenschluss unkrautfrei zu halten.

Eine mechanische Unkrautbekämpfung bringt gute Erfolge vor allem zwischen den Reihen, wobei jedoch die Verunkrautung in den Reihen nur sehr schwer z.B. durch Fingerhacken bekämpft werden kann. Gerade die Unkräuter und Ungräser in der Reihe stellen für die jungen Maispflanzen die größte Konkurrenz um Licht und Nährstoffe dar und sind somit besonders bekämpfungswürdig und sollten je nach Bedarf, dann jedoch mit geringeren Aufwandmengen, zusätzlich chemisch bekämpft werden.

Eine Auswahl verschiedener Herbizide sowie einen vertiefenden Artikel zum Thema „Unkrautkontrolle im Mais“ finden Sie auch unter: http://www.maiskomitee.de/web/public/Produktion.aspx/Pflanzengesundheit/Unkrautbekämpfung